Vision On

EUCREA lud Akteure und Interessierte zur 3. Europäischen Fachtagung Kunst und Behinderung nach Hamburg ein. VISION ON! hatte sich u.a. zum Ziel gesetzt, die Utopie einer Zukunftsgesellschaft zu entwerfen, die Kreativen mit Behinderung umfangreiche Chancen und Möglichkeiten einräumen könnte, ihre Fähigkeiten auszubilden, zu entwickeln und beruflich zu nutzen.
Nach der experimentierfreudigen und kreativen Gründerzeit der achtziger Jahre, der fortschreitenden Etablierung künstlerischer Angebote in den neunziger Jahren und der zunehmenden öffentlichen Anerkennung der Kunst behinderter Menschen in diesem Jahrtausend, haben sich neue Anforderungen entwickelt: Die verabschiedete EU-Konvention und die politisch-gesellschaftlich gewollte Inklusion rückt den Menschen mit Beeinträchtigung und sein kreatives Potential in ein neues Licht. Durch die Einführung des Persönlichen Budgets und die finanzielle Neustrukturierung der sozialen Unterstützung behinderter Menschen zeichnen sich erste Veränderungen in der Arbeits- und Beschäftigungslandschaft ab.
Standort – Konzept – Vision stellten die drei Säulen der diskursiven und künstlerischen Beiträge der drei Kongresstage dar. Fachspezifischen Inhalten begegnete die Fachtagung in speziellen Foren für die bildenden und darstellenden Künste. In der bildenden Kunst stand die Zukunft der Atelierarbeit in einem Kunstkontext, in dem behinderte Künstler längst angekommen und nicht mehr durch Genres wie „Outsider-Kunst“ abgegrenzt werden müssen, im Zentrum der Diskussion. Die darstellende Kunst thematisierte ­– ausgelöst durch aktuelle Produktionen, wie z.B. die von „Monster Truck“ und „Theater Thikwa“ – den behinderten Schauspieler als Gestalter der eigenen, von der Biografie losgelösten Rolle.
Europäische Nachbarn bereicherten die Tagung mit interessanten Praxisbeispielen in verschiedenen Kunstdisziplinen. Neue künstlerische Aktionsformen wurden exemplarisch aufgezeigt und die zurzeit bestehenden Rahmenbedingungen nach möglichen kreativen Spielräumen durchleuchtet.
Nach bewährtem Konzept mixte EUCREA kontrastreiche künstlerische und diskursive Impulse und lud das Kongresspublikum zu unterschiedlichen Herangehensweisen und Blickwinkeln ein. Am ersten Abend wurde den Kongressgästen ein besonderes Highlight auf Kampnagel präsentiert: Die Produktion des französischen Choreografen Jérôme Bel und dem Schweizer Theater HORA „Disabled Theater“ wanderte zu diesem Zeitpunkt über die großen Bühnen und Festivals dieser Welt und sorgte für Anregung und Diskussion in der Szene.

Die Tagung verzeichnete insgesamt über 300 Teilnehmer sowie über 40 Referenten aus dem In- und Ausland.

Die Dokumentation der Fachtagung finden Sie hier.

Gefördert durch die

logo aktion mensch

logo kulturbehörde hh