Transform 2022

     

    Digitale Medien sind längst mehr als Kommunikations- und Informationsinstrumente. Sie beeinflussen unsere gesamten Produktions- und Denkweisen, ermöglichen neue Formen der Produktion und des kollektiven Zusammenspiels.

    Musik-, Tanz- und Theaterproduktionen transformieren sich durch räumlich unabhängige Kollektive und Arbeitsweisen. Individuum und Körperlichkeit werden in der Netzwelt neu definiert.

    Mit TRANSFORM – dem inklusiven Raumlabor von EUCREA – gestalten Künstlerinnen und Künstler in inklusiven Kollektiven digitale Räume. Bildende Künster:innen nutzen Hard- und Software, um neue künstlerische Impulse zu senden. Tänzer:innen und Musiker:innen mit und ohne Behinderungen erweitern ihre körperlich-künstlerischen Ausdrucksmöglichen mittels digitaler Technik. Genre wie Musik, Tanz und Theater beginnen durch den Einsatz digitaler Medien zu verschwimmen, neue Formen und Sprachen entstehen.

    TRANSFORM ist das Forum für inklusive digitale Kunst 2022: Mit Filmen, Beiträgen und Interviews stellen wir nationale und internationale Tech-Künstler:innen und Projekte vor.

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    TRANSFORM: Kunst-Labore 2022

     

    #1 ELINA WAHIEBI & STEFAN GUNTELMANN / SOUND

    Elina Wahibie und Stefan Guntelmann arbeiten als Musikerin und Musiker im Künstlerkollektiv barner 16 in Hamburg (alsterarbeit). Elina Wahibie, die sich sehr eingeschränkt bewegen kann, steuert ihre Sounds über Arm- und Kopfbewegungen, die durch ein optisches System abgenommen werden, ein analoges Klavier. Maxime der gemeinsamen Arbeit ist immer der symmetrische Dialog zwischen zwei Künstlern:innen. Für TRANSFORM werden die digitalen Sounds von Elina Wahiebi in analoge Klänge umgewandelt. In acht aufeinanderfolgenden Sessions wird Elina Wahiebi jeweils mit ein bis zwei Musikern:innen verschiedenster musikalischer Genre in einen musikalischen Austausch treten.

     

    #2 FRIENDLY SOUNDFORMS  / SOUND / FILM

    Der Soundkünstler Till Bovermann, die Audio-und Videokünstlerin Katharina Hauke und die Musiker und Schauspieler Tim Petersen, Vincent Martinez, Louis Edler und Ismail Arslantürk von Thikwa – Werkstatt für Theater und Kunst Berlin gehen gemeinsam auf Reise. In mehreren Arbeitsphasen werden die Musiker:innen gemeinsam Orte im Berliner Umland auswählen und besuchen, um diese zu portraitieren bzw. in und mit ihnen Klangkompositionen zu kreieren. Gemeinsam werden Field Recordings gesammelt und mit einem individuell gestalteten elektronischen Klangerzeuger zur Klanglandschaft beigetragen. Als Basis hierfür dient die von Till Bovermann und Katharina Hauke entwickelte Klangsyntheseplattform Systems∿Encounter, die in dem Projekt auf die Hardwareplattform Norns angepasst werden soll. Neben Klangmaterial sammeln die Künstler:innen auf den Exkursionen dokumentarisches Videomaterial, das die Orte des Musizierens portraitiert.

     

     

    #3 TANZ/TECH/LABOR  /  SOUND / TANZ

    Das Tanz Tech Labor ist eine Kooperation der inklusiven Tanzkompanie „here we are“ aus Hamburg unter der Leitung von Anke Böttcher in Kooperation mit Choreograph:in Gloria Höckner sowie dem Physiker, Musiker und Soundentwickler Thomas Biesitz. In dem Projekt treffen Künstler:innen mit und ohne Behinderung auf digitale Technologien und entwickeln aus dieser Begegnung neue Impulse für ihre künstlerische Arbeit. Der Cyborg – ein durch Technologie ergänzter menschlicher Organismus – wird als Barrieren auflösende Figur uminterpretiert, um den Körper erweitert zu denken und neue Körperbilder zu entwickeln.

    Für die Tänzer:innen werden Instrumente -„Applikationen“ entwickelt, die weitestgehend frei von Barrieren die körperlichen Ausdrucksmöglichkeiten durch Klang und Licht erweitern: Kleine, am Körper angebrachte Sensoren /Midi-Controller und Lautsprecher lassen die Bewegungen der Tänzer/innen in neuer Form hör- und sichtbar werden. Aus dem von den Tänzer:innen erarbeiteten Material wird eine Performance entwickelt.

     

     

    #4 FINE TECH / BILDENDE KUNST

    Die virtuelle Videocallplattform ohyay ermöglicht neue, inszenierte Formen digitaler Begegnungen und Präsentation künstlerischer Arbeiten. Innerhalb des Projektes „FineTech“ erforschen der Künstler Manuel Mälzer und die Grafikdesignerin Sandra Sancelean zusammen mit sechs Künstler*innen aus Ateliers in Hamburg, München, Berlin und Frechen die Möglichkeiten dieser Plattform. Dabei stehen vor allem zwei Fragen im Vordergrund. Erstens, wie virtuelle Plattformen zur Präsentation der eigenen künstlerischen Arbeiten genutzt werden können. Zweitens, welche Möglichkeiten der Gestaltung von inklusiven Kooperationen über physische Distanz hinweg sich bieten und für andere Kunstschaffende mit Behinderung öffnen lassen.

    Am Ende des Labors steht ein Prototyp eines virtuellen Kunsthauses, dessen Ausstellung von analogen und digitalen Kunstwerken die Gruppe gemeinsam kuratiert.

     

     

    #5: SOUNDING DEVICES / SOUND / TANZ

    Das Mogees Lab ist ein musikalisch-tänzerischer Austausch zwischen Tänzer:in und Choreograph:in Gloria Höckner und der Tänzerin Tanja Erhart (angefragt), sowie dem Komponisten Pedro González auf Basis der Mogees-Technologie.

    Mogees ist ein Vibrationssensor/Flächenmikrofon, das Objekte in Musikinstrumente verwandelt. Der Sensor kann auf eine beliebige Oberfläche geklebt werden, berührt man diese Oberfläche, werden Schwingungen an einen Computer übertragen, der diese wiederum in Sounds verwandelt.

    Für das Mogees-Labor im Rahmen des Projekts „TRANSFORM“ werden der Rollstuhl und die Prothese der Tänzerin Tanja Erhart in ein Musikinstrument transformiert. Der Komponist Pedro Gonzales interpretiert Bewegung und Material durch die Hinzufügung unterschiedlicher Sounds. So kann beispielsweise der Rollstuhl in ein Orchester oder ein Schlagzeug verwandelt werden – Körper, Klang und Objekt verschmelzen zu einer künstlerischen Einheit.

    Das Labor will zeigen, wie durch Software, die wie Mogees Play auf künstlicher Intelligenz basiert, körperliche Prothesen zu Objekten der künstlerischen Inszenierung werden können. So kann nicht nur das Ausdrucksrepertoire von Künstlern:innen mit Behinderung auf der Bühne erweitert werden, sondern gleichfalls neue Impulse für Musikproduktion und Tanz gegeben werden.

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    Programmleitung

    Angela Müller-Giannetti

     

    Antonia Rehfuess
    areh@eucrea.de

     

     

     

    in einfacher sprache erklärt


    Die Informationen in Einfacher Sprache werden so schnell wie möglich nachgetragen