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    democratic bootcamp 2022

    In den letzten Jahren wurde viel über Arbeits- und Machtstrukturen im Theaterbetrieb gesprochen. Die Theaterarbeit in Kollektiven hat sich weiter etabliert. Einige Gruppen von professionellen, behinderten Schauspielenden haben neue, gleichberechtigte Arbeitsweisen erprobt. Wie wir finden, weist die Arbeit in einem Performance-Kollektiv zahlreiche Parallelen zum Zusammenleben in einer Demokratie auf. Die beteiligten Gruppenmitglieder sind so zu Fachleuten hierfür geworden. Im „democratic boot camp“ möchten wir dies nutzen, um ihre Ansätze auf aktuelle Fragen des Zusammenlebens in einer sich immer weiter ausdifferenzierenden Gesellschaft anzuwenden und sie im Rahmen einer „performativen Spielshow“ mit der vereinten Kraft kollektiver Lösungsstrategien durchzuspielen.

    Diese Perspektiven bringen wir in einer ersten Austauschphase zusammen, in der sich je zwei Gruppen interviewen. Sie sammeln „Tipps & Tricks“, „Dos & Don’ts“ und legen Listen zu offenen Fragen und (bisher?) ungelösten Dilemmata an. Auf dieser Materialsammlung basiert die Erarbeitung einer performativen Spielshow, die Ende 2022 auf Kampnagel einen Einblick in die Höhen und Tiefen kollektiven Arbeitens eröffnet. Einzelne Teams, die sich aus Mitgliedern von je einer „inklusiven“ und einer „freien“ Gruppe (She She Pop, I can be your translator, Theater Hora, SKART, Turbo Pascal, Meine Damen und Herren, Frl. Wunder AG, Theater Thikwa) zusammensetzen, wählen einen Aspekt aus und gestalten dazu ein Element.

    Die Gesamtdramaturgie der Show ist als Rahmen für sehr unterschiedliche Beiträge angelegt: ob das Nachstellen kollektiv-interner Auseinandersetzungen als Wettkampf oder szenisches Regelsystem, in dem die Performerenden Tipps für die nervigsten Gruppendiskussionen teilen. Und vielleicht wird auch das Publikum zur guten alten „Saalwette“ herausgefordert? Nach der Premiere auf Kampnagel Anfang Dezember 2022 wird democratic bootcamp im Frühjahr 2023 an den Münchner Kammerspielen gezeigt.

    Gefördert wird democratic bootcamp vom Elbkulturfonds und der Kulturstiftung des Bundes. Demnächst kann man mehr Informationen über den Fortgang der Arbeitsprozesse auf der EUCREA Seite lesen.

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