CONNECT -
    KUNST IM PROZESS

    Ein Programm zur Förderung inklusiver Kooperationen im Kulturbereich in Zusammenarbeit mit den Bundesländern Sachsen, Hamburg und Niedersachsen 2018 - 2021

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    Die Dokumentation ist da!


    Künstler:innen mit Behinderungen bzw. Lernschwierigkeiten sind nicht nur in Deutschland seit Jahrzehnten eine feste Größe im Kulturbetrieb. In den Metropolen haben sich in den vergangenen Jahren jedoch hauptsächlich die sozialen Träger dafür stark gemacht, die Kunst behinderter Menschen in allen Sparten zu fördern. Berührungspunkte mit Kulturinstitutionen gibt es nur vereinzelt und sind überwiegend zeitlich begrenzt.
    Damit Künstler:innen mit einer Behinderung bzw. Lernschwierigkeiten und Kulturbetrieb in Zukunft verstärkt zusammenarbeiten, müssen Begegnungen stattfinden, von denen beide Seiten profitieren. Die Kunstschaffenden, indem sie mehr Sichtbarkeit und einen erhöhten Stellenwert im Kulturbetrieb erhalten, die Kultureinrichtungen, indem sie ihr Haus zugunsten von mehr Diversität in Programm, Personal und Publikum erweitern.

    Das Projekt CONNECT – Kunst im Prozess baut in drei Bundesländern (Hamburg, Niedersachsen und Sachsen) Kooperationen zwischen Künstler:innengruppen aus Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen in allen Sparten der Kunst mit Museen, Kunstvereinen, Schauspielhäusern, freien Spielstätten und anderen Kulturhäusern auf. Verschiedene Formen der künstlerischen Interaktion und Zusammenarbeit werden über einen Zeitraum von zwei Jahren erprobt und schrittweise verbessert. Mit den Maßnahmen werden neue Formate für die Transformation von Kulturinstitutionen entwickelt, die bereit sind, sich einer diversen bzw. inklusiven künstlerischen Ausrichtung gegenüber zu öffnen. Die Vielfalt künstlerischer Wahrnehmung und die daraus entstehenden Veränderungen werden durch Werkpräsentationen, Ausstellungen und andere öffentliche Formate sichtbar gemacht. Dabei steht die langfristige Zusammenarbeit zwischen Künstler:innengruppen und Kulturinstitution im Fokus des Programms.

    Im Rahmen eines im September 2020 stattfindenden Summits werden die Ergebnisse verbreitet und an andere Kultureinrichtungen in Deutschland weitergegeben. Wenn Sie über diese Veranstaltung informiert werden möchten, tragen Sie sich bitte hier in unseren Newsletter ein.

     

    Leporello zum Programm

    Broschüre zum Programm

    Grußwort der Kulturstiftung des Bundes

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    TEAM

    Jutta Schubert
    Jutta SchubertProgrammleitungjs@eucrea.de
    Nina Stoffers
    Nina StoffersProgrammkoordination Sachsennstoffers@eucrea.de
    Angela Müller-Giannetti
    Angela Müller-GiannettiProgrammleitung amg@eucrea.de
    Jörg Lichtenberg
    Jörg LichtenbergProgrammkoordination Niedersachsenjl@eucrea.de

    Grusswort der Kulturstiftung des Bundes

    „Laß leuchten!“ – so lautete der Titel der Ausstellung über den Lyriker Peter Rühmkorf im Altonaer Museum. Nicht nur, dass seine Werke von allen Seiten beleuchtet wurden – im Rahmen der Ausstellung fand diese Zusammenarbeit des Altonaer Museums zudem mit dem „Atelier Freistil“ statt. Die Lyrik trat dabei in den Dialog mit Arbeiten von insgesamt 36 Künstlerinnen und Künstlern mit Beeinträchtigung. Sie alle sind weiterhin angewiesen auf inklusiv tätige Institutionen wie das „Atelier Freistil“ – weil trotz des Allgemeinen Gleichstellungsgesetzes auch der Kulturbetrieb Strukturen der Benachteiligung zementiert und Zugänge zu Kunsthochschulen und Kunst- und Kulturinstitutionen für Menschen mit Beeinträchtigung in Deutschland immer noch keine Selbstverständlichkeit sind.

    Lass sehen! – zum Beispiel all das, was sich bereits geändert hat. Man gebe etwa in eine beliebige Suchmaschine „Museum [&] Angebote Menschen mit Beeinträchtigung“ ein. Die Suchergebnisse reichen von „Führung für Menschen mit Behinderung“ oder „taktile Raum- und Orientierungspläne“; „Fahrstuhl vorhanden“ bis zu „Behinderten-Parkplätze am  Museumsparkplatz“. Auch „Gebärdendolmetschen“ bei Theater- und Opernaufführung sind gut und wichtig. Meist aber betrifft dies nur die Publikumsperspektive. Was fehlt, sind dagegen Angebote, in denen Menschen mit Beeinträchtigung eine aktive Rolle spielen.

    Let‘s connect! – Das Projekt „CONNECT – Kunst im Prozess“ erprobt genau das: Wie können Menschen mit Beeinträchtigung als Künstlerinnen und Künstler ihren Platz im Inneren des Kultursystems finden? Wie gelingt die gleichberechtigte Mitwirkung in Kunst- und Kulturinstitutionen, und zwar als ein selbstverständlicher Teil der dortigen Teams? 2018 baute die Initiative „CONNECT – Kunst im Prozess“ in Leipzig, Hamburg, Braunschweig und Hannover genau zu diesem Thema neun Pilotprojekte auf. Dort arbeiteten Menschen zusammen, um gerade auch die strukturellen Fragen institutioneller Arbeitsprozesse anzugehen – etwa, wenn es um neue Formen der Zugänglichkeit nicht nur vor, sondern auch hinter der Bühne geht.


    Diese Vorhaben zielen auf die Alltagspraxis, sie rühren zugleich auch an allgemeine Fragen gelingender Inklusion – Fragen, die sich auch die Kulturstiftung des Bundes stellt. Es darum geht, Blockaden für benachteiligte Gruppen in einem umfassenden Sinne zu erkennen und entschlossen zu beseitigen – im Bereich der Kommunikation, der Personalpolitik, der inhaltlichen Tätigkeitsschwerpunkte, letztlich im gesamten Feld institutioneller Infrastrukturen. 

    Lasst uns weitermachen! Die nun vorliegende Publikation lädt Sie und alle Kunst- und Kulturschaffenden zum Nachahmen ein! Wir danken EUCREA – namentlich Jutta Schubert (Projektleitung), Angela Müller-Giannetti (Projektleitung) Nina Stoffers (Programmleitung in Sachsen), Jörg Lichtenberg (Programmleitung in Niedersachsen) sowie dem gesamten Team und den vielen Partnern der neun Modellprojekte – für ein außergewöhnliches Projekt und für das fundamentale Ziel, dass an möglichst vielen Orten Menschen und speziell auch Künstlerinnen und Künstler mit Beeinträchtigung zu ihrem Recht kommen, in umfassender Weise am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen

     

    Hortensia Völckers                                                      Kirsten Haß

    Vorstand / Künstlerische Direktorin                             Vorstand / Verwaltungsdirektorin

    in einfacher sprache erklärt


    CONNECT - KUNST IN VERÄNDERUNG

    Das Projekt Connect fördert inklusive Kunst und Kultur.
    Für das Projekt arbeiten 3 Bundes-Länder zusammen:
    Sachsen, Hamburg und Niedersachsen.
    Das Projekt dauert von 2018 – 2021

    Connect ist Englisch.
    Übersetzt heißt es verbinden.

    Seit vielen Jahren gibt es Künstler und Künstlerinnen mit Behinderungen oder Lernschwierigkeiten in Deutschland.
    Vor allem in großen Städten.
    Dort wurde Kunst von Menschen mit Behinderung oder Lernschwierigkeiten gefördert.
    Und es gab Zusammen-Arbeit.
    Zum Beispiel mit Museen.
    Mit Theatern.
    Mit Festivals.
    Sie haben sich für die Kunst von Menschen mit Behinderung oder Lernschwierigkeiten geöffnet.
    Aber:
    Das ist nur selten passiert.
    Und oft nur für kurze Zeit.

    Das Ziel von Connect ist:
    Es soll in Zukunft mehr Zusammen-Arbeit geben.
    Zusammenarbeit von Menschen mit und ohne Behinderung oder Lernschwierigkeiten in den Bereichen Kunst und Kultur.
    Nicht nur für kurze Zeit.
    Sondern auf Dauer.
    Es gibt viele verschiedene Formen von Kunst.
    Es gibt viele verschiedene Künstler und Künstlerinnen.
    Die Kunst von Künstlern und Künstlerinnen mit Behinderungen oder Lernschwierigkeiten soll sichtbarer werden.

    Das Projekt heißt CONNCET – Kunst im Prozess.
    Prozess ist ein anderes Wort für Veränderung.
    In dem Projekt arbeiten 3 Bundes-Länder zusammen:

    • Hamburg
    • Niedersachsen
    • Sachsen

    In diesen 3 Bundes-Ländern soll es mehr Formen von Zusammen-Arbeit geben.
    In vielen Wohnheimen für Menschen mit Behinderung oder Lernschwierigkeiten gibt es Kunst-Gruppen.
    Kunst-Gruppen für Menschen mit Behinderung oder Lernschwierigkeiten.
    Diese Kunst-Gruppen sollen im Projekt CONNECT zusammen-arbeiten mit:

    • Museen
    • Kunst-Vereinen
    • Theatern
    • anderen Orten von Kultur und Kunst


    Das Projekt dauert 3 Jahre.
    In dieser Zeit können die Gruppen verschiedene Formen von Zusammen-Arbeit ausprobieren.
    Die Zusammen-Arbeit kann verbessert werden.
    Und man kann in den 2 Jahren ausprobieren:
    Wie klappt die Zusammen-Arbeit für die verschiedenen Gruppen gut?
    Und:
    Wie verändert die Zusammen-Arbeit das Theater oder das Museum?
    Wie kann die Kunst von Menschen mit Behinderung oder Lernschwierigkeiten dort gut gezeigt werden?
    Welche Formen sind dafür gut?

    Dann können auch viele andere Museen, Theater und Kunst-Vereine in Deutschland davon lernen.

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    CONNECT IN HAMBURG


    Wer hat in Hamburg beim Projekt CONNECT mitgemacht?

    Das Altonaer Museum und das Atelier Freistil

    Die Künstler vom Atelier Freistil arbeiten zu verschiedenen Ausstellungen des Altonaer Museums.
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    Das Junge Schauspielhaus und die Theatergruppe Meine Damen und Herren
    und die Tanzgruppe here we are
    2 Personen aus der Theater-Gruppe "Meine Damen und Herren" haben in einem Stück im Jungen SchauSpielHaus mitgespielt. Tänzer und Tänzerinnen des Jungen SchauSpielHauses und der Tanzgruppe here we are haben zusammen ein Tanzstück draußen auf der Straße getanzt und gefilmt.
    Hier mehr lesen....

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    CONNECT IN SACHSEN

    Im Bundes-Land Sachsen gab es im Projekt CONNECT Zusammen-Arbeit in diesen 3 Bereichen

    • Theater
    • Musik
    • Bildende Kunst, also
      • Bau-Kunst
      • Bildhauerei
      • Malerei
      • Zeichnung
      • Grafik
      • Fotografie
      • Kunst-Handwerk

    Alle Projekte waren in der Stadt Leipzig.
    Dort gibt es sehr viele sehr verschiedene Kultur-Angebote.
    Aber: Bis jetzt gibt es in Leipzig nur sehr wenige Kunst-Gruppen für Menschen mit Behinderung oder Lernschwierigkeiten.
    Darum geht es hier vor allem ums Kennenlernen und Ausprobieren an neuen Orten.

    Wer hat in Sachsen beim Projekt CONNECT mitgemacht?

    Das Theater der jungen Welt mit den Lindenwerkstätten der Diakonie Leipzig
    3 Menschen mit Behinderung oder Lernschwierigkeiten haben am Theater der jungen Welt hospitiert.
    Das heißt: Sie haben die Arbeit dort beobachtet.
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    Die Halle 14 - Zentrum für zeitgenössische Kunst und die OKW Offene Kunstwerkstatt der Lebenshilfe Leipzig
    Die Halle 14 – Zentrum für zeitgenössische Kunst lädt die Gruppe Offene Kunst-Werkstatt (OKW) zu sich ein. Das Ziel ist: Eine Zusammenarbeit in der Zukunft.
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    Der GewandhausJugendchor und Thonkunst, ein Chor der Diakonie Am Thornberg
    Die 2 Chöre singen jetzt auch zusammen.
    Sie machen gemeinsame Programme.
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    CONNECT IN NIEDERSACHSEN

    In Niedersachsen gab es CONNECT Projekte in diesen Städten:

    • Hannover
    • Hildesheim
    • Braunschweig

    Wer hat in Niedersachsen beim Projekt CONNECT mitgemacht?

    Das Sprengel Museum Hannover und das Atelier Wilderers vom ProTeam Himmelthsür e.V.
    Das Sprengel Museum Hannover arbeitet jetzt mit 2 Ateliers für Menschen mit Behinderung oder Lernschwierigkeiten zusammen.
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    Das Schauspiel Hannover mit dem hArttimes Theater
    Seit 2019 will das Schauspiel Hannover zeigen:
    Alle Menschen sind unterschiedlich.
    Das gehört zur Gesellschaft.
    Und es macht die Gesellschaft stark.
    Darum macht das Schauspiel Hannover bei CONNECT mit.
    Und darum arbeitet es mit dem Theater hART Times zusammen.

    Das hArt Times Theater ist ein Theater-Projekt von Menschen mit Psychiatrie-Erfahrung.
    [Psychiatrie-Erfahrung heißt: Jemand war wegen seelischer Probleme in einer Klinik.]
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    Der Kunstverein Braunschweig mit dem Atelier Geyso20 der Lebenshilfe Braunschweig
    Die Künstler und Künstlerinnen vom Atelier Geyso20 wollen in Zukunft Ausstellungen im Kunst-Verein Braunschweig begleiten.
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