zwei Personen im Austausch vor einem Ideenboard

ein Mann hält einen Vortrag

 

eine Gruppe junger Menschen am Planen und Tüfteln

 

AM 16./17. 04.2018 startete eine Designchallenge mit Designern, Musikern und Fachleuten an der Hochschule für bildende Künste (HFBK) in Hamburg. Geleitet von Prof. Julia Lohmann und Gero Grundmann waren außerdem Garwin Hewiit von DRAKE MUSIC aus London und Michael Huhn von der Schule Hirtenweg als Referenten zu Gast. Garwain Hewitt leitet in London und Manchester sogenannte "Hackathons". Hier treffen Musiker, Designer und Programmierer regelmäßig aufeinander, um neue Lösungen für Musikinstrumente zu entwickeln. Michael Huhn arbeitet als Musiker und Musikerlehrer an der Schule für Körperbehinderte Hirtenweg. Dort unterrichtet er u.a. die Schülerband. In Rahmen dieser Arbeit entsteht immer wieder die Frage, wie sich Instrumente an die vorhandenen Fähigkeiten der Schüler anpassen lassen bzw. welche Instrumente das Musizieren ermöglichen können. So sind in den letzten Jahren immer neue Ideen und angepasste Instrumente entstanden, die im Rahmen des Vortrags präsentiert wurden. Im Anschluss begannen die einzelnen Teams mit der Arbeit an den u.g. Aufgabenstellungen.

Am 10.04.2018 traf sich das Team zunächst in den Räumen von barner 16 (alsterarbeit), um mehr von den dort arbeitenden Musikern mit und ohne Beeinträchtigung und ihrer Arbeit zu erfahren. Die Musiker wurden gefragt, welche Instrumentarien sie benötigen würden, um ihre musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten erweitern bzw. verbessern zu können.

Das Team einigte sich auf drei Wünsche/Fallbeschreibungen, die im Anschluss von drei Teams bearbeitet wurden:

Fall Elina: Elina sitzt im Rollstuhl und kann ihre Hände/Arme nur sehr eingeschränkt bewegen. Zum Musizieren benutzt sie einen Schlüsselbund, den sie vor ihrem Körper in verschiedene Richtungen bewegt. Stefan, der als Musiker und Erzieher bei barner 16 arbeitet setzt eine XBox/WII so ein, mit der ihre Bewegungen in Klavierklänge umgesetzt werden. So arbeiten sie gemeinsam im Tonstudio, indem Stefan einen Klangteppich mit digitalen und analogen Instrumenten erzeugt, auf dem Elina ihre Improvisationen aufbauen kann.

Da die Soft- und Hardware der XBOX nicht weiterentwickelt wird, ist diese für eine weitere Zusammenarbeit nicht ausbaubar. Weitere Möglichkeiten, die es Elina ermöglichen, ihre musikalischen Ausdrucksfähigkeit erweitern, wären wünschenswert.

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Fall Juri:

Jury kann seine Hände und Unterarme nur eingeschränkt bewegen. Er träumt davon, eine Gitarre spielen zu können, ist daran aber bisher immer wieder gescheitert.

Es geht darum, für Juri ein Instrument zu entwickeln, das einer Gitarre und deren Klangspektrum sehr nahe kommt, aber doch anders zu bedienen ist, als das üblicherweise der Fall ist.

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Fall Turiya

Turiya ist Jazz-Sängerin. Sie sitzt im Rollstuhl und kann ihre Hände und Arme nur eingeschränkt bewegen. Da sie häufig neue Texte einüben muss, ist sie beim Umblättern von Notenheften oder auch Bedienen von Wiedergabegeräten auf die Hilfe anderer angewiesen. Das macht sie in ihrem Probenprozess zu abhängig, da im Alltag nicht immer eine Hilfsperson zur Verfügung steht.

Turiya benötigt ein Instrument, das ihr das erlernen von texten selbstständig ohne fremde Hilfe ermöglicht.

 

Filmbeiträge werden ergänzt.

 

Weiterführende Zusammenarbeit: Sounding Brush - ein Entwicklungsprojekt von EUCREA und der Aalto University in Helsinki/Finland

Die Idee für Sounding Brush entstand während einer Kooperation zwischen EUCREA und der HFBK 2018 im Rahmen des Projekts SOUNDFORM.

Sounding Brush ist eine für Tablets nutzbare Software, die digitales Malen und Zeichnen und Soundentwicklung miteinander in Verbindung bringt. Ziel der Forschungsarbeit ist nicht nur, eine digitale Schnittstelle zwischen bildender Kunst und Musik zu entwickeln, sondern auch, ein Werkzeug bereitstellen zu können, das Experimentieren, Komponieren, Lernen und Präsentieren gleichermaßen ermöglicht.
Sounding Brush möchte neue Möglichkeiten anbieten, mit Soundentwicklung und Design intuitiver umgehen zu können, als das bislang mit vorhandener Gestaltungs- und Musiksoftware möglich ist. Das Projekt will damit kreatives Gestalten für alle zugänglicher machen.
Sie wird nun als Teil eines Forschungsprojekts an der Aalto University in Helsinki/Finland im Department of Media weitergeführt. Das Projektteam bilden der Masterstudent Sourya Sen, gemeinsam mit Koray Tahiroglu, Leiter der SOPI sound and interaction research group sowie Julia Lohmann, Professorin für zeitgenössisches Design zusammen mit dem bildenden Künstler und Kommunikationsdesigner Gero Grundmann.

Die erste öffentliche Präsentation des Sounding Brush wird im Rahmen des Internationalen Symposiums SOUNDFORM - Instrumente für alle am 21.03.2019 durch Sourya Sen und Julia Lohmann vorgestellt werden.

Hier gehts zum Programm des Symposiums

Hier geht es zur Projektwebsite von Sounding Brush https://sopi.aalto.fi/research/soundingbrush/