KÜNSTLERINNEN UND KÜNSTLER

    In dieser Rubrik sowie in unserem Newsletter stellen wir monatlich eine Künstlerin/einen Künstler oder auch eine Gruppe vor, auf den oder die wir in letzter Zeit aufmerksam geworden sind, die/der prämiert wurde oder deren/

    dessen künstlerische Arbeit aktuell in Deutschland zu sehen ist.

    Vorschläge auch gerne an info@eucrea.de
    Schauspielerinnen und Schauspieler mit Behinderung vermittelt Rollenfang - die Plattform für Inklusion in Film und Fernsehen in Berlin.

     

    Die Online-Galerie ARTs Impact bietet außerdem eine Übersicht über inklusive Kunstgruppen in Deutschland.

     
     
     
    Susanne Kümpel in ihrem Atelier. Vor ihr steht eines ihrer schwarz-weißen Zeichnungen auf einer Staffelei.

    jessika-katharina möller-langmaack

    Jessika-Katharina Möller-Langmaack ist Schauspielerin im Ensemble des hArttimes theater in Hannover. Hier  ein Interview mit ihr lesen, das sie 2022 für EUCREA im Tahmen des Programms CONNECT - Kunst im Prozess gegeben hat.
    INTERVIEW
    Susanne Kümpel in ihrem Atelier. Vor ihr steht eines ihrer schwarz-weißen Zeichnungen auf einer Staffelei.

    susanne kümpel / bildende künstlerin

    11_2020   Über weitere Preise an starke Frauen gibt es zu berichten: Die Kölner Künstlerin Susanne Kümpel, Mitglied im Kunsthaus KAT18, ist mit dem Cityartist 2020 für ihr umfangreiches künstlerisches Werk pünktlich zu ihrem 60. Geburtstag ausgezeichnet worden. Die charakteristische Bildsprache ihrer sehr persönlichen Arbeiten, mit der sie ihren Blickwinkel auf die Welt reflektiert, hat die Jury überzeugt: „Mit Neugier und Gestaltungswillen hat sie einen in seiner Farbgebung und -komposition bestechenden Bilderkosmos geschaffen, der immer wieder in seinen Variationen überrascht“ – so die Jury.
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    gerda König / choreographin

    11_2020   Nochmal Köln: Doppelte Freude bei der DIN A 13 tanzcompany, denn das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen hat das Ensemble als eines aus 22 Bewerbern für die Spitzenförderung Tanz 2021 - 2023 ausgewählt. Als eines von 8 Ensembles erhält die Kompanie eine Förderung von 80 tsd. EUR über drei Jahre. Gleichzeitig erhält Gerda König, künstlerische Leiterin der Kompanie, den diesjährigen Kölner Ehren-theaterpreis der SK Stiftung Kultur der Sparkasse Köln/Bonn. Gerda König leitet die DIN A 13 tanzcompany seit 25 Jahren. 32 Produktionen - davon viele internationale Kooperationsprojekte - hat sie in ihrem unermüdlichen künstle-rischen Schaffen entwickelt und den Bereich mixed-abled Tanz in Deutschland entscheidend geprägt.
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    lucy wilke / schauspielErin / tänzerin / sängerin

    11_2020   Der Deutsche Bühnenverein vergab den Theaterpreis DER FAUST 2020 an elf Künstlerinnen und Künstler zum 15. Mal. Ausgezeichnet in der Kategorie Darstellender Tanz wurde in diesem Jahr Lucy Wilke gemeinsam mit dem polnischen Tänzer Pawel Dudús. Die vielseitige Künstlerin kann mit Mitte 30 bereits auf eine kontinuierliche künstle-rische Laufbahn zurückblicken: Seit ihrer Ausbildung im Bereich Gestaltung und Bühne in München, später auch in den Bereichen Gesang, Sprache und Improvisationstheater sowie zahlreichen Regieassistenzen ist sie als Schauspielerin, Tänzerin und Sängerin aktiv. Sie ist auch als Autorin und Illustratorin tätig und schreibt Kinder- und Drehbücher. Nach freier Produktionstätigkeit ist sie nun festes Ensemble-Mitglied an den Münchner Kammerspielen unter Leitung von Barbara Mundel, mit der EUCREA kürzlich ein Interview geführt hat. Mit der Produktion „Scores that shared our friendship“ von Tanztendenz München e.V./Schwere Reiter – ihrem Tanzdebut – wurde sie nun ausgezeichnet. Lucy Wilke steht für eine neue Generation von Künstler:innen, die sich systematisch selbstbestimmt – über alle Zugangsbarrieren hinweg – professionalisiert haben. Die zunehmende Teilnahme und die Auszeichnung von Künstlerinnen und Künstlern mit Behinderung zeigt, das Diversität im Kulturbetrieb immer mehr ankommt.
    Herzlichen Glückwunsch!
    WEBSITE MÜNCHNER KAMMERSPIELE

    katrin bittl / bildende künstlerin

    07_2020   Katrin Bittl studiert seit 2017 an der Akademie der Bildenden Künste in München und arbeitet an Zeichnungen, Malereien, Animationen und Videos. Die Aufdeckung von Realitäten und deren Sichtbarmachung durch Kunst steht in ihren Werken im Vordergrund. Mit ihrer Arbeit „Übermalungen“, zuletzt ausgestellt im International Munich Art Lab 2020, verwandelt sie altmeisterliche Werke und zeigt ihre „wahre“ Gestalt. Sie fügt perfekten Bildern und den gezeigten idealisierten Körpern offensichtliche Beeinträchtigungen hinzu. So schafft sie Bilder einer Realtität, die über Jahrhunderte unterrepräsentiert wurden. Ihren eigenen Körper nutzt sie als Reflexionsgrundlage, in ihren Selbstportraits aus Fineliner, Aquarell und Tintendruck, setzt sie sich in Bewegung und imaginiert sich selbst in unterschiedlichen Situationen. Ihr Studium der Sozialen Arbeit für ein Kunststudium abzubrechen war eine Entscheidung, die sie nicht bereut, wie sie in einem Interview in der Süddeutschen Zeitung berichtet. Katrin Bittl war Referentin auf dem Summit im Sprengel Museum Hannover am 25.09.2020.
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    ninia lagrande / poetry slammerin / autorin / moderatorin

    Ninia LaGrande schreibt - Kurzgeschichten, Poetry Slam Texte und Kolumnen - über das Leben als Eltern, als Mutter und dem Mittendrin. Wie es ist, mit 140 Zentimetern geballter Lebensgröße einfach ganz „normal“ zu sein (Spoiler: Klappt nicht!), setzt sie sich in ihren Kurzgeschichten auseinander (Aktuelle Titel: 2015 „und ganz, ganz viel Doofe!“, 2019 „Von mir hat es das nicht"). Ninia LaGrande bespielt seit Jahren viele Bühnen im Bereich Poetry Slam und alle im Internet, die sie finden kann. Und zwischendurch sitzt sie in der Straßenbahn, twittert und denkt sich Geschichten über all die Menschen aus, die neben, vor oder hinter ihr sitzen. Ninia moderiert – vor der Kamera und auf Bühnen -verschiedenste Formate, Diskussionen und Veranstaltungen mit den Schwerpunkten Inklusion, Feminismus, Politik und Mode. Außerdem produziert sie regelmäßig Podcasts, u.a. für audible.de („Die Kolumnisten“), und – gemeinsam mit der Schauspielerin und Sängerin Denise M'Baye – „Die kleine schwarze Chaospraxis". Sie schreibt Kolumnen und Texte für diverse Zeitungen, Magazine und Online-Portale – u.a. für das Redaktionsnetzwerk Deutschland, Missy Magazin, leidmedien.de, taz.
     
    Sie ist Geschäftsführerin des Büros für Popkultur GmbH & Co. KG in Hannover. Hier entwickelt sie nachhaltige Kulturkonzepte und organisierte 2017 die deutschsprachigen Poetry Slam Meisterschaften. 
     
    Als Moderatorin und Künstlerin ist sie über ihre Website buchbar.
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    kenneth rasmussen / bildender künstler

    02_2020   Kenneth Rasmussen arbeitet an der Artschool Bifrost, einem Atelier für Outsider Art in Randers, Dänemark. Alles, was er interessant findet, verwendet er als Material. Seine künstlerischen Ausdrucksformen sind vielfältig. Der Linolschnitt und das Stricken sind seine favorisierten Techniken. In seinen Linolschnitten finden sich häufig Text-elemente, Phallussymbole und Personen, mit denen er in Beziehung steht – ob gut oder schlecht, direkt oder indirekt. Der Künstler erfindet seine eigenen Wörter und Konzepte, denen er persönliche Ansichten und Aussagen hinzufügt. Phallussymbole mutieren zu phantasievollen Gewächsen oder verbinden sich mit Figuren. Ähnlich einfallsreich und materialübergreifend sind seine Strickarbeiten. Gummischläuche, Plastiktüten – alles was gestrickt werden kann, wird verwendet. Daraus entstehen phantastische Kunstwerke, die Penisse, BH oder massive, langhalsige und vielarmige Ganzkörperanzüge darstellen. Die Arbeiten Rasmussens wurden bereits weltweit präsentiert, 2009 wurde er „Artist of the Year“ in Ketukki/Finnland.

    Die Galerie Geyso20 in Braunschweig zeigte mit der Ausstellung MESHES textile Arbeiten von Kenneth Rasmussen und dem Berliner Künstler Oliver Ricke vom 14.02.20 bis 24.04.20.

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    anja scheffler-rehse / bildende künstlerin

    08_2020  Anja Scheffler-Rehse lebt und arbeitet in Hamburg (Atelier Freistil). Ihre Objekte bestehen immer aus Fundstücken, die sie ständig und überall findet. Sie sammelt und ordnet, arrangiert und fügt zusammen, lässt sich durch Farbe und Form leiten. Dinge, die ein "Vorleben" haben, denen ihre Benutzung anzusehen ist, die "aufgeladen mit Erlebtem" sind. Ihre Arbeit versteht sie als Brücke zum Unbewussten, da das Material etwas mitbringt, das auch eigene Erinnerungen anstößt. Anja Scheffler-Rehse hat auch schon international
    ausgestellt, z.B. in Belgien und den USA.
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    gaelynn lea / musikerin

    08_2019   Gaelynn Lea ist eine amerikanische Folksängerin, Songwriterin und Violinistin. Seit sie 2016 den NPR Music’s Award erhielt, wurde sie national bekannt. Mit der Unterstützung des Preises erwarben sie und ihr Ehemann ein Wohnmobil, verkauften ihr Haus und gingen auf Tour. Seitdem ist sie in 425 Shows in 42 amerikanischen Staaten aufgetreten. Zu den Auftrittsorten zählen Nashville’s Music CityRoots, The Kennedy Center, House of Blues und die BBC World News. Seit Juni 2019 ist sie auch auf europäischen Festivals unterwegs. Sie betreibt eine eigene Website über die auch Fanartikel bestellt werden können, und in ihrem YouTube-Kanal findet man neben Mitschnitten von Auftritten auch Musikvideos mit ihr.

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     sebastian urbanski / schauspieler

    05_2019   Seit er denken kann, spielt Sebastian Urbanski Theater. Was in dem selbstgebastelten Puppentheater seines Vaters begann, entwickelte sich später zu einer professionellen Karriere im Theater RambaZamba. Dort steht er als festes Ensemblemitglied mittlerweile kurz vor seinem 20-jährigen Bühnenjubiläum und spielt nebenbei noch in Film und Fernsehen. Die Rolle seines Lebens ist immer noch Hamlet. Und so heißt auch seine Autobiographie (2015): „Am liebsten bin ich Hamlet“. Ihn reizen die Brüche der Figur, die Verrücktheit und auf der Bühne „alles zu geben“.

    Seine künstlerische Vorliebe für starke Figuren beeinflusst auch seine Arbeit als Synchronsprecher. Seine Stimme verlieh er u.a. Pablo Pineda in dem Film „Me too – Wer will schon normal sein“ (2009). Und nicht nur als Künstler, auch politisch wird seine Stimme gehört. Als erster Mensch mit Down-Syndrom im Vorstand der Lebenshilfe setzt er sich für ein selbstbestimmtes Leben ein. Foto: ARD Mediathek

     

    FILMBEITRAG MDR

    carina kühne  / schauspielerin

    04_2019   Carina Kühnes Lebensweg ist ungewöhnlich. Mit Trisomie 21 ging sie auf eine Regelschule und erwarb den Hauptschulabschluss. Die regulären Jobangebote ließen auf sich warten. Also beschloss sie, ihren Traum zu verwirklichen und Schauspielerin zu werden. Man kann sagen, sie hat es geschafft!  Der Durchbruch gelang ihr in der mehrfach mit Preisen ausgezeichneten Produktion „Be My Baby“ (2014). Dort spielt sie die selbstbewusste Nicole, die trotz aller Widerstände schwanger werden will. Es folgten mehrere Filmrollen, wie z.B. bei der TV-Serie „In aller Freundschaft“. Zudem ist Carina Kühne politisch als Aktivistin unterwegs. Sie bloggt regelmäßig auf CARINASBLOG über aktuelle Themen, wie den Pränataltest als Kassenleistung, und diskutiert ihre Themen engagiert bei Günter Jauch oder Raul Krauthausen. Aktuell ist sie in ihrer ersten Theaterrolle als Cheerleaderin Leonie in der Produktion „Cheer out Loud“ im Grips-Theater zu sehen.
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     i can be youR translator / inklusive performance-gruppe

    02_2019   Das inklusive Musik- und Theaterkollektiv aus Dortmund „I can be your translator“ setzt sich seit 2014 in kollektiven Prozessen mit Themen der Selbst- und Fremdwahrnehmung auseinander. In diesem Rahmen haben sie neue Arbeitsformen erdacht und Strategien und Methoden für gleichberechtigte Stückentwicklung ausprobiert. Von 2015 bis 2017 widmete sich die Gruppe einer Förderung der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung, Zukunft“ dem Thema „Euthanasie im Nationalsozialismus“ - einem Thema, von dem einige der Ensemblemitgliederin der damaligen Zeit selbst betroffen gewesen wären. Dies hat die Gruppe veranlasst, gemeinsam einen Theaterabend zu entwickeln, der den Prozess der Konzeptionsphase widerspiegelt.
    Auffürungen „Das Konzept bin ich“ in Mülheim/Berllin/Dortmund 08.02.-17.05.2019
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    Chelsea werner / jilLian mercado / mama cax / models

    08_2018  Die teenVogue zeigt, dass auch Models mit Einschränkungen ganz nach vorne kommen können. Chelsea Werner, Jillian Mercadi und Mama Cax haben sich ihre besondere Position in der normierten Modewelt hat erarbeitet. Neben dem bloßen Spaß am Modeln, an Kleidung, Farben und dem Laufsteglauf - bei Jill Mercado eine Laufstegfahrt mit dem Rollstuhl - verbinden alle drei ihren Job mit einem Auftrag: Mit den gängingen SChönheitsidealen zu brechen und einen eigenen Ausdruck zu finden. Mama Cax zeigt ihr Prothesenbein bewusst unbekleidet - schließlich ist ihr Bein auch etwas, was sie von durchschnittlichen Modeltypen abhebt. Der Aufmerksamkeit und der Neugier, von denen sie in ihrem Alltag mehr als genug haben, können sie sich bemächtigen, indem sie den Spieß umdrehen: Behinderung wird zur Schau gestellt, Makel werden herausgekehrt. Die jungen mutigen Frauen sind die Vorbilder einer neuen Generation, für die es bisher noch keine Vorbilder gab.
    TEENVOGUE

    Dennis seidel / schauspieler / regisseur

    08_2018 Dennis Seidel nahm 2016/2017 an dem EUCREA Programm ARTplus teil und absolvierte in diesem Rahmen Regiehospitanzen am Hamburger SchauSpielHaus. Seither führt er Regie, spielt alle Rollen seiner Stücke selbst, schreibt, konzipiert und verwandelt sich für seine Solo-Stücke auch mal in eine hübsche, leichtbekleidete Dialogpartnerin aus einem Hochglanzmagazin („Ordinary Girl“, 2016). Der Schauspieler aus dem Hamburger Ensemble „Meine Damen und Herren“ ist jüngst auch in der Casting-Agentur „Rollenfang“ unter Vertrag. Was er liebt und lebt - Crossdressing, das Spiel zwischen Identitäten und Switchen zwischen Geschlechterrollen - verkörpert er auch auf der Bühne. Die nächste Produktion von und mit Dennis Seidel hat am 31. Januar 2019 Premiere, Arbeitstitel: „10 Meter in den Wilden Westen“
    VIMEO

    SUE AUSTIN / Künstlerin

    06_2018   Die aus Devon, England, stammende Künstlerin Sue Austin wagt das Unmögliche: Sie schwebt, an ihren Rollstuhl gegurtet, schwerelos durch das Meer. So vermittelt sie dem Zuschauenden poetisch und ein-drucksvoll ihre Botschaft: Nachdem sie jahrelang im Bett verbringen musste, hat der Rollstuhl sie befreit anstatt „gefesselt“.
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    antynette walker / rapperin

    06_2018   Antynette Walker ist YOUNG ANT. Sie betitelt sich mit „First blind female Rapper“. Mit ihrem Beitrag auf Youtube "Stick Walk" befasst sich die junge Amerikanerin mit ihrer Sehbehinderung auch in ihren Texten.
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    pablo pineda / schauspieler

    05_2018   Pablo Pineda ist Lehrer und machte als erster Mensch mit Down-Syndrom einen Universitäts-abschluss in Europa. Als Schauspieler wurde er quasi „auf der Straße entdeckt“. Seine Regel war klar: „Ich mache nichts, was gegen die Down-Syndrom-Community arbeitet“.  Seitdem hat er im Film gespielt, Sendungen moderiert, Bücher geschrieben. In dem kürzlich von ze.tt veröffentlichten Kurzfilm kann man sich einen Eindruck von der Kraft und der Präsenz Pablo Pinedas machen.
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    SOPHIE HAUENHERM / tänzerIN

    Die Dresdener Tänzerin tanzt bereit seit früher Kindheit. Kurz vor ihrem Bachelor-Abschluss an der Palucca-Hochschule für Tanz bekam sie die Diagnose "Inkomplette Querschnittslähmung". Mit viel Ausdauer und Disziplin konnte sie sich einen Teil ihrer Bewegungsfähigkeit wieder herstellen und ihren Bachelor abschließen. Heute tanzt sie in unterschiedlichen Produktionen in Stuttgart, Braunschweig und Radebeul, ist selbst Tanzlehrerin und plant, zukünftig auch verstärkt als Choreografin tätig zu sein.

    Hier gehts zum Interview mit Sophie Hauenherm im Rahmen von ARTplus
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    svatina WuthA / schauspielerin

    05_2018   Svatina Wutha ist Schauspielerin. Bisher Mitglied des Ensembles „Meine Damen und Herren“ in Hamburg, siedelte sie nun nach Wien über, um an der Ausbildung zum „Dance Assist“ der in Wien ansässigen Vereinigung „Ich bin o.k.“ teilzunehmen. Hoffentlich bald keine Sondermeldung mehr wert, aber in diesem Zusammenhang doch erwähnenswert: Svatina Wutha eröffnete gemeinsam mit Felix Röper 2018 die Traditionsveranstaltung Wiener Opernball.
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    KASsandra Wedel / TÄNZERIN

    04_2018   Die deutsche, in München lebende Hip-Hop-Tänzerin und Schauspielerin Kassandra Wedel, deren Gehör im Alter von vier Jahren durch einen Unfall irreparabel beschädigt wurde, wurde 2016 bekannt durch ihren Auftritritt im Rahmen der ProSieben-Sendung „Deutschland tanzt“. Auch sie setzt in ihrem Tanz Gebärdensprache ein. Zusätzliche Bekanntheit erlangte sie durch die Beteiligung am Tatort „Totenstille“, in dem sie als gehörgeschädigte Tänzerin mitwirkte. Neben ihrer Tätigkeit als Tanzlehrerin ist sie auf vielen Bühnen Deutschlands zu sehen.
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    siGNmarK / rapper

    04_2018   Signmark ist eine finnische Hip-Hop-Band. Kopf der Gruppe ist der gehörgeschädigte Rapper Marko Vuoriheimo. Arte portraitiert in einem fünfminütigen Beitrag den finnischen Rapper Signmark, der als einziger gehörloser Musiker weltweit einen Vertrag von einem Majorlabel bekommen hat. Signmark rappt seine Texte in Gebärdensprache, stimmlich übersetzt werden sie über einen zweiten Sänger. Wie DiMarco nutzt Signmark seine Popularität, um sich für eine verbesserte Kommunikation zwischen Hörenden und Nichthörenden einzusetzen. Er hat eine Sprach-App mitentwickelt, über die gehörgeschädigte Menschen via Smartphone, unterstützt durch einen Online-Dolmetscher, telefonieren können.
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    nyle dimarco / tänzer / aktivist / model

    04_2018   Auf der ganz großen Bühne zu tanzen, versteht der gehörlose Tänzer, Model und Aktivist Nyle DiMarco. Durch seine herausragende Bühnenpräsenz wird Gebärdensprache plötzlich überall sichtbar: in Talkshows, auf Modelwettbewerben und Tanz-Contest. Auf seinem Youtube-Channel bringt er Hörenden Schimpfworte in Gebärdensprache bei oder setzte sich mit der Parallelität der Welt Harry Potters und der der Gehörlosen auseinander. Seine Botschaft: Menschen mit Gehörlosigkeit brauchen eine eigene Sprache - enthält man ihnen diese vor, können sie sich nicht entwickeln.
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    BENEDIKT LIKA / DIRIGENT / KOMMUNALPOLITIKER / AKTIVIST 

    Benedikt Lika, geboren 1982 in München, ist Dirigent, Kommunalpolitiker und Inklusionsaktivist. Die Begeisterung für Musik wurde ihm bereits in die Wiege gelegt und als Mitglied der Augsburger Domsingknaben und Solopauker im Sinfonie-orchester seines Gymnasiums als Jugendlicher gefestigt. Nach dem Studium der Musikwissenschaft, der Musikpädagogik und der Kunstgeschichte besuchte er Meisterkurse im Dirigieren. Mittlerweile ist Lika engagierter Kommunalpolitiker, sitzt im Stadtrat von Augsburg und arbeitet auch auf Landesebene für Inklusion und die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonventionen.
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    LUISA WÖLLISCH / SCHAUSPIELERIN 

    Luisa Wöllisch, Jahrgang 1996, begann 2014 ihre Schauspielausbildung an der Freien Bühne München, dem ersten inklusiven Theater Bayerns, die sie 2018 als erste Absolventin abschloss. Kurz darauf spielte sie ihre erste große Kinofilmrolle in „Die Goldfische“ neben Tom Schilling, Jella Haase und Birgit Minichmayer, der Platz 3 der deutschen Kinocharts erreichte. Seitdem ist Wöllisch eine gefragte Schauspie-lerin, gibt Fernsehinterviews, spielte in unterschiedlichen Fernsehproduktionen mit, aktuell in der ARD-Produktion „Toni, männlich, Hebamme“, und ist seit der Spielzeit 2020 festes Ensemblemitglied an den Münchner Kammerspielen. 2021 erhielt sie schließlich den Kulturpreis Bayern in der Kategorie Kunst.
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    ROHULLAH KAZIMI / BILDENDER KÜNSTLER

    Der in Kabul/Afghanistan geborene bildende Künstler Rohullah Kazimi arbeitet mit verschiedenen Techniken, neben meist großformatigen, bunten Zeichnungen auch mit Radierungen, Stickarbeiten und Drucktechniken. Inhaltlich setzt er sich primär mit geschichtlichen und gesellschaftlichen Themen auseinander. Im Rahmen des Strukturprogrammes Artplus konnte auch Kazimi zwei Jahre als Gasthörer im Fachbereich Freie Bildende Kunst an der Hochschule für Künste im Sozialen in Ottersberg teilnehmen. Er arbeitet seit 2007 bei der Künstlergruppe „Die Schlumper“ in Hamburg, wird seit 2013 von zwei Galerien vertreten und ist an zahlreichen Gruppenausstellungen und Kunstmessen beteiligt.
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    FELIX KLIESER / HORNIST

    Felix Klieser, geboren 1991 in Göttingen, ist außergewöhnlich begabter und leidenschaftlicher Hornist, der bereits im Alter von 5 Jahren mit dem Hornunterricht begann und als jüngster Hornspieler aller Zeiten an der Musikschule Göttingen angenommen wurde. Mit 13 Jahren nahm der Musiker, der ohne Arme geboren wurde, als Jungstudent an der Hannoveraner Hochschule ein reguläres Musikstudium auf. Er war Hornist im Bundesjugendorchester und ging mit Popstar Sting auf Tournee. Klieser gewann bereits als Jugendlicher zahlreiche Preise, u.a. den Bundes-wettbewerb Jugend musiziert und den Life Award. Neben zahlreichen CD-Produk-tionen erhielt er 2014 den Echo Klassik Preis in der Kategorie „Nachwuchskünstler des Jahres“, den VDKD Musikpreis und schließlich 2016 den renommierten Leonard Bernstein Award. Die 2014 erschienene Autobiografie Kliesers ist ins Chinesische und ins Japanische übersetzt worden.
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    ALISON LAPPER / BILDENDE KÜNSTLERIN / FOTOGRAFIN

    Alison Lapper wurde 1965 ohne Arme und mit verkürzten Beinen in England geboren. Sie studierte Kunst. Der Bildhauer Marc Quinn fertigte 2005 eine riesige Statue von ihr an, als sie schwanger war. Diese stand bis 2007 auf dem vierten Pfeiler des Trafalgar Squares. Eine ihrer Inspirationsquellen war die Venus von Milo, eine berühmte Statue, die heute im Louvre steht. In ihrer Autobiografie Ich nehme mein Leben selbst in die Hand steht, wie es sie positiv beeinflusst hat, eine Skulptur zu entdecken, die ebenfalls keine Arme hat und als sehr schön empfunden wird. Lapper hat ihre Stärken in der Malerei und Fotografie. Heute malt sie auch auf dem Tablet und hin und wieder veröffentlicht sie eines ihrer Werke auf Instagram @alison_lapper_mbe
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    RACHEL HANDLIN / MULTIMODALE KÜNSTLERIN

    Rachel Handlin wurde mit Trisomie 21 geboren und machte ihren Bachelor-Abschluss in Fotografie und Medienkunst am California Institut of Arts. Ihre Geschichte ging 2020 durch die Medien, weil ihr Vater sich selbst bei Twitter als „stolzesten Vater der Welt“ bezeichnete. Heute studiert Rachel weiter. Ihre eigene Website befindet sich gerade im Aufbau. Rachel ist eine multimodale Künstlerin, die in den Berei-chen großformatige Film- und Digitalfotografie, Siebdruck und Lithografie sowie Keramik arbeitet. Sie ist eine scharfe Beobachterin der Welt und ihrer Menschen, deren einzigartige Perspektive Dimensionen, Schönheiten und Wahrheiten offenbart, die anderen möglicherweise entgehen.
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    ALI STROKER / MUSICALDARSTELLERIN 

    Ali Stroker, Jahrgang 1987, ist eine US-amerikanische Musicaldarstellerin. Sie studierte in New York Musik und Performancekunst und gewann 2019 einen Tony-Award, den höchsten Preis der Branche. Ali Stroker nutzt nach einer Rückenmark-verletzung einen Rollstuhl. Durch die Musicalserie Glee, in der sie eine Gastrolle hatte, wurde sie bekannt. Sie spielte die Rolle der Anna in der 2015er Wiederauf-nahme von Spring Awakening des Deaf West Theatre, für die sie Gebärdensprache lernte. Auch heute übernimmt sie noch (Gast-)Rollen in US-amerikanischen Serien und Filmen und hält Vorträge, beispielsweise auf inklusiven Filmfestivals.
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    MICHAEL TURINSKY / CHOREOGRAPH / PERFORMER / THEORETIKER 

    Der erfolgreiche Wiener Choreograf, Performer und Theoretiker Michael Turinsky setzt sich in seiner Arbeit eingehend mit dem Phänomen des als vermeintlich „behindert“ markierten Körpers auseinander. 2005 machte Turinsky, der selbst einen Rollstuhl benutzt, seinen Abschluss in Philosophie an der Universität Wien. Mit Ernst und Ironie hinterfragt er in seinen Stücken die Situation des Lebens und des Tanzens mit Behinderung, in einer komplexen Spannung zwischen Politik und Ästhetik. Seine Kollaboration „Ravemachine“ mit Doris Uhlich erhielt 2017 den Nestroy-Spezialpreis. Neben der Aufführung seiner Stücke hält Turinsky Vorträge und publiziert Beiträge in unterschiedlichen Fachzeitschriften und Journalen.
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    MATTI WUSTMANN / BILDENDER KÜNSTLER 

    Der bildende Künstler Matti Wustmann ist Mitglied des Kreativkollektivs barner16 (alsterarbeit gGmbH) in Hamburg. Dort ist er u.a. als Grafiker in der Siebdruckwerk-statt „sieben“ tätig. Verschiedene künstlerische Techniken des Zeichnens und Druckens hatte er sich zunächst selbst beigebracht, bis er im Rahmen des EUCREA-Programms Artplus Hamburg über fünf Semester Gasthörer im Fachbereich Freie Bildende Kunst an der Hochschule für Künste im Sozialen in Ottersberg  wurde. Dort nahm er wie regulär immatrikulierte Studierende an prüfungsrelevanten Angeboten teil. Die Kunsthochschule erkannte Wustmanns Talent und bot ihm an, ohne neuer-liche Aufnahmeprüfung regulär studieren zu können. Der Künstler entschied sich jedoch dafür, seine Tätigkeit als Grafiker und Zeichner bei alsterarbeit fortzusetzen. Ein offizielles Studium ist mit seinem Status einer WfbM-Beschäftigung nicht vereinbar.
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    JANA ZÖLL / SCHAUSPIELERIN 

    Die Schauspielerin, Performerin und Tänzerin Jana Zöll, Jahrgang 1985, spielt seit ihrer Grundschulzeit Theater und nahm aktiv am Kinderzirkus teil. 2008 absolvierte sie ihre Schauspielausbildung an der Akademie für darstellende Kunst adk-Ulm, ein staatlich anerkanntes Berufskolleg. Als Napoleon in Sebastian Hartmanns Krieg und Frieden machte sie Furore und wurde dann Ensemblemitglied am Staatstheater Darmstadt. Mittlerweile arbeitet Zöll als freischaffende Künstlerin, hat am Tanzlabor Leipzig das Kollektiv Polymora Inc. mitbegründet und leitet am Theater der Jungen Welt den inklusiven Kids Club. Seit 2018 ist sie zunehmend im Bereich Performance und Tanz aktiv und nimmt seit 2019 am Weiterbildungsprogramm M.A.D.E. derTanzcompany DIN a13 teil. Kürzlich hinterfragte Zöll als erste Perfor-merin der Reihe Challenge Accepted am Theater der der Jungen Welt in Leipzig in Online-Performances gesellschaftliches Schubladendenken.
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    Athina Lange / SCHAUSPIELERIN

    Athina Lange, geboren 1991 in Plauen, arbeitet als Freie Schauspielerin in ganz Deutschland. Hörend aufgewachsen, ertaubte sie im Alter von 20 Jahren in Folge zweier aufeinanderfolgender Hörsturze. Nach Erlernen der Deutschen Gebärden-sprache studierte sie an der Schauspielschule Leipzig. Dort schloss sie ihre Ausbil-dung 2015 mit der Bühnenreifeprüfung ab. Zwar lebt Athina Lange jetzt in Berlin, ihre Schauspiel- und Filmaufträge führen sie aber durch die gesamte Bundesrepublik. Ihre Engagements hat sie u.a. auf Kampnagel, dem Staatstheater Hannover, im Filmstudio Babelsberg, am Deutschen Gehörlosen-Theater und an Possible World Berlin. Neben ihrer Arbeit in verschiedenen Theaterproduktionen berät sie hörende Regisseur:innen bei ihren Stücken für gehörloses Publikum.
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    jess thom / kabarettistin

    04_2017   Jess Thom ist eine aus England stammende Theatermacherin und Kabarettistin und hat die Künstlergruppe „Tourettsheros“ gegründet. Nach einem Interview in der prominenten britischen Talkshow „Russel Howard’s Good News“ erhielt ihre Website auf Anhieb 400.000 Besucher. Sie begegnet ihrem Tourette-Syndrom mit einem solchen Humor, dass das Publikum mit Lachsalven antwortet. So kann es auch gehen! Unbedingt ansehen! Biscuit!
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    Phil hubbe / Karikaturist

    04_2017   Der Karikaturist Phil Hubbe hat 1992 sein Talent zum Beruf gemacht. Auch seine alltäglichen Erlebnisse mit der eigenen Behinderung werden in „Behinderte Cartoons“ zu bittersüßen Szenarien verar-beitet. Hier entsteht schon hin und wieder der Eindruck, dass es eigentlich die Umwelt ist, auf die die Bezeichnung „behindert“ zutreffen könnte.
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    RAINER SCHMIDT / KABARETTIST

    04_2017   „Däumchen drehen“ heißt das erste abendfüllende Programm des Kabarettisten, Pfarrers und ehemaligen Spitzensportlers Rainer Schmidt. Und er lässt nichts aus, wenn es darum geht, sich einen Spaß daraus zu machen, wie die Menschen um ihn herum mit seiner Behinderung umgehen.
    Wer darüber gerne mitlachen möchte, sollte einmal seine Website und seinen Youtube-Channel besuchen.
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    mario jambresic / Bildender Künstler

    06_2017   Die künstlerische Begabung des 1966 geborenen Künstlers Mario Jambresic fiel schon in seiner Schulzeit auf. Tagsüber handwerklich in einer Werkstatt für behinderte Menschen tätig, nutzt er in seiner Freizeit jede Minute für seine künstlerische Arbeit.
    Die mit Farbstiften gemalten, dann ausgeschnittenen männlichen Papierfiguren gehören seit 1990 zum schöpferischen Répertoire von Jambresic. Nach ihrer Fertigstellung trägt er stets einzelne dieser „Schutzmänner“, klein zusammen gefaltet, in der Jacken- oder Hosentasche mit sich. Hunderte dieser für sein Werk typischen Figuren mit Uniformen, langen Ledermänteln, Arbeitskitteln, Trenchcoats, Sakkos oder Lederjacken sind seither entstanden.
    Seitdem er 2007 durch den Kunstpreis euward entdeckt und seine Arbeiten im Haus der Kunst München zu sehen waren, sind Galeristen und Ausstellungsmacher auf ihn aufmerksam geworden. Seine künst-lerische Weiterbildung betreibt Jambresic heute selbst aktiv durch die Teilnahme an privaten Kursen. 
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