Audismuskritischer Workshop auf Kampnagel

    Eine Theateraufführung für Taube Menschen zugänglich zu machen, bedeutet: Dolmetscher*innen auf die Bühne platzieren und Inklusion *check*? Nein! Wer Zugang schaffen will, braucht ein Verständnis davon, auf welche Barrieren Taube Menschen stoßen und wie diese Barrieren geschichtlich und strukturell einzuordnen sind. Dieser Workshop soll dafür eine Grundlage bieten.

    Wie auch andere marginalisierte Communities ist die Taube Community in der Kunst- und Kulturszene stark unterrepräsentiert. Diese erfährt Ausschlüsse, sowohl wenn sie im Publikum sind, als auch wenn sie selbst als Kulturschaffende tätig sind.

    Die diesen Ausschlüssen zugrundeliegende Haltung der lautsprachorientierten hörenden Mehrheitsgesellschaft heißt Audismus. Daraus entstehen Formen systematischer Diskriminierung gegenüber Tauben Menschen. Audismus prägt Taube Menschen über Generationen hinweg negativ. Sie müssen sich täglich mit den komplexen Strukturen der hörenden Welt auseinandersetzen, haben aber wenig Möglichkeiten, diese Strukturen aktiv zu verändern und zu durchbrechen.

    In diesem Workshop sollen Kunstschaffende & Interessierte sich mit der systematischen Diskriminierung gegenüber Tauben Menschen auseinandersetzen und ein Bewusstsein darüber erlangen, wie wichtig es ist, Taube Menschen von Anfang an in Produktionen einzubinden.



    Termin:
    Freitag, 14. Juni von 13:00 - 18:00 Uhr
    Sprachen: Deutsch, Deutsche Gebärdensprache
    Ort: Kampnagel, Probebühne 6a
    Barrierefreiheit: Sitzsackplatz verfügbar, mit Gebärdensprache, kostenlos auf Spendenbasis
    
Der Workshopraum ist leider nicht barrierefrei zugänglich.

    Die Teilnehmer*innen-Anzahl ist auf 12 begrenzt. Es wird darum gebeten, sich nur bei sicherer Teilnahme anzumelden.

    Workshopleitung:
    
Xenia Dürr (she/they) ist Taub, queer und weiß. They ist Fotograf*in und Aktivist*in, studiert »Kunst im Kontext« in Berlin und gibt Workshops zu Audismuskritik. Their Arbeiten thematisieren Audismus und Phonozentrismus.

    Rykena/Jüngst sind ein künstlerisches Duo, das sich mit queerfeministischen, intersektionalen und Ableismus-kritischen Körperdiskursen auseinandersetzt. Seit Ende 2020 beschäftigen sie sich intensiv mit Teilhabe, Access und ableistischen Strukturen in Tanz und Theater.

    Mehr Infos und zur Anmeldung hier.