ARTplus beim Kongress des Deutschen Musikrates

    Inklusion im Musikstudium weiterdenken 

    Beim Kongress „Musikalische Bildung im Ökosystem Musik“ des Deutschen Musikrates am 25. und 26. März 2026 in Berlin kamen Akteur*innen aus Musik, Bildung, Politik und Wissenschaft zusammen, um über die Bedeutung musikalischer Bildung für Teilhabe, Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu diskutieren.
     

    Ein Thema zog sich durch viele Beiträge des Kongresses: der Ruf nach mehr Diversität im Musiksektor. Gleichzeitig wurde deutlich, dass insbesondere Menschen mit sichtbaren Behinderungen weiterhin stark unterrepräsentiert sind. 

    EUCREA war am 26. März mit einer eigenen Veranstaltung vertreten und stellte das im Rahmen von ARTplus entwickelte Zertifikatsstudium an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg vor – ein Modell auf dem Weg zu einer inklusiven Musikhochschule. 

    Im Artist Talk berichteten Mert Capan (Student im Zertifikatsstudium der HfMT Hamburg) und Graf Fidi (Musiker) von ihren Erfahrungen im Musikbereich und auf dem Weg ins Studium. In der anschließenden Paneldiskussion diskutierten Jürgen Dusel (Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen), Dr. Bilinc Ercan (Vizepräsidentin der HfMT Hamburg), Dr. Myriam Hummel (EUCREA) und Mert Capan über strukturelle Barrieren und notwendige Veränderungen. 

    Dabei wurde deutlich: Der Weg in ein Musikstudium ist für viele Menschen mit Behinderung nach wie vor mit zahlreichen Hürden verbunden. Gleichzeitig gibt es Bewegung: Die Hochschule für Musik und Theater Hamburg arbeitet daran, Barrieren abzubauen und neue Zugänge zu schaffen. 

    Jürgen Dusel brachte die zentrale Botschaft des Kongresses auf den Punkt: „Inklusion ist kein Nice-to-have, sondern ein Menschenrecht!“ und „Inklusion ist unverzichtbarer Bestandteil von Demokratie!“ 

    Auch Mert Capan betonte die Bedeutung gemeinsamer künstlerischer Räume: „Gemeinsam ist es doch einfach schöner!“ 

    Der Kongress hat gezeigt, dass inklusive musikalische Bildung zunehmend als zentrale Zukunftsaufgabe verstanden wird – und dass es konkrete Modelle und Ansätze braucht, um sie nachhaltig zu verankern. Gelungene Beispiele, an denen man sich orientieren kann, gibt es bereits.  

    Auf dem Foto: Myriam Hummel, Bilinc Ercan und Graf Fidi.