STUDIO OHYAY



    Studio Ohyay ist der Prototyp einer virtuellen Gallerie, die fünf Bildende Künstler und Künstlerinnen zusammen mit einem Programmierer und einer Grafikdesignerin erbaut haben, um ihre Kunst in digitale Räume zu übersetzen und für ein größeres Publikum zugänglich und sichtbar zu machen.

    This image for Image Layouts addon
    am 21. September um öffnete die Virtuelle Galerie
    studio ohyay
    hier geht es rein...

    WAS IST STUDIO OHYAY?

    Studio Ohyay ist ein Ort und ein Forschungsprojekt gleichzeitig. Als Ausgangspunkt der künstlerischen Forschung untersuchten fünf Bildende Künstler und Künstlerinnen, wie sie das Internet zur Präsentation und Veröffentlichung ihrer eigenen – bisher hauptsächlich analogen – künstlerischen Arbeit nutzen können. Ergebnis ist der Ort Studio Ohyay: Eine digitale Gallerie auf der Videocallplattform ohyay.co. Diese ermöglicht die eigenständige Gestaltung virtueller Räume und Ausrichtung immersiver Events. Studio Ohyay ist dadurch nicht nur ein digitale Bildergallerie, sondern ein Erfahrungsraum: Wir können uns dort beispielsweise in einer animierte Fantasie-Stadt bewegen, durch ein Reisetagebuch klicken oder in Begleitung von drei Skulpturen türkischer Popmusiker mit der Berliner S-Bahn fahren.

    WARUM STUDIO OHYAY?

    Kuration und Vermittlung der eigenen Kunst ist eine wichtige Kompetenz für die eigene künstlerische Arbeit bis hin zur Vermarktung dieser. Ihre Notwendigkeit wird in der Übersetzung in einen neuen, digitalen Raum umso deutlicher. Denn es bedarf hier nicht nur der Erlernung softwareeigener Programmierungswerkzeuge, sondern zuerst ein Verständnis für dessen Rezeptionsmöglichkeiten und -notwendigkeiten aus Perspektive der Besuchenden. Die Erstellung einer virtuellen Gallerie bietet die Gelegenheit, dies ebenfalls als kreativen Prozess zu begreifen und - anders als im Analogen, Räume von Grund auf individuell und nur durch die Limitierung des Computerbildschirms zu gestalten. So wird bereits die Produktion eines Foyers zum künstlerischen Akt oder die Übersetzung des Aquarells ins Digitale kreiert einen interaktiven Moment mit den Besuchenden. Die Überführung analoger künstlerischer Praxis und analogen Kunstwerken in den Digitalen Raum transformiert diese somit immer zu einem neuen Original. Die sich daraus ergebenden Möglichkeiten, Spielarten und Formen wurden durch die Künstler und Künstlerinnen im Rahmen von Studio Ohyay untersucht, um neue Impulse und Beispiele für die Potenziale digitaler Kunstproduktion zu schaffen.

    WIE IST STUDIO OHYAY ABGELAUFEN?

    Da Studio Ohyay sich aus Projektbeteiligten aus Hamburg, Berlin, Köln und Leipzig zusammensetzte, startete das Labor mit einem zweitätigen Auftakttreffen vor Ort in Hamburg. Danach traf sich das Team ausschließlich digital auf der Plattform ohyay.co. Dort entwickelten sie ihre virtuelle Gallerie, tauschten sich aus, programmierten und kamen schließlich am 04. Oktober noch einmal zu der TRANSFORM Veranstaltung im resonanzraum Hamburg vor Ort zusammen.

    Am 31. Dezember 2022 wurde die Plattform ohyay.co aufgrund von Änderungen in der Betriebsstruktur und einer geringeren Nachfrage an virtuellen Veranstaltungen von den Providern aus dem Netz genommen. Ein eigenständiges Streifen durch die virtuelle Gallerie ist daher leider nur bis dahin möglich gewesen. Danach gestattet der aufgezeichnete Rundgang durch den Künstler Martin Kraft einen Einblick in das vergangene Studio Ohyay.

    März: AUFTAKTTREFFEN

    Zum Auftakttreffen traf sich Studio Ohyay für zwei Tage in den Räumlichkeiten der W3 in Hamburg Altona. Einblick in das gemeinsame Arbeiten liefern die Tagesordnungspunkte:

    Tag 1
    1. Kennenlernen und Austausch von Erwartungen an das Projekt
    2. Inputpräsentation zu Online-Gallerien
    3. Vorstellung der eigenen künstlerischen Praxis
    Tag 2
    1. Einführung in die Programmiergrundlagen der Plattform ohyay.co
    2. Gemeinsame Entwicklung einer digitalen Traumgallerie
    3. Organisation der zukünftigen Zusammenarbeit
    April-Juni: KONZEPTION UND VORBEREITUNG
    Über drei Monate hinweg entwarfen die Künstler und Künslterinnen von Studio Ohyay Skizzen ihrer eigenen Räume für die digitale Gallerie. Sie sammelten ihre Ideen auf Trello und trafen sich auf der Plattform ohyay.co regelmäßig mit der Projektleitung, um diese auf die Plattform zu überführen.
    Juli-August: ABSCHLUSSTREFFEN UND FERTIGSTELLUNG
    Beim virtuelle Abschlusstreffen in der digitalen Gallerie Studio Ohyay wurden die Gallerieräume der Künstler und Künstlerinnen sich gegenseitig vorgestellt. Letzte Änderungswünsche wurden gesammelt und umgesetzt. Danach folgte mehrere Testläufe mit Besuchenden, die die digitale Gallerie auf ihre Benutzerfreundlichkeit und letzten Rechtschreibfehlern überprüften. Ausgehend von ihren Rückmeldungen wurde die Gallerie fertiggestellt.
    September: ERÖFFNUNGS-COUNTDOWN UND RELEASE
    Die virtuelle Gallerie öffnete am 21. Septermber über einen Link auf der EUCREA Website ihre Türen. Am gleichen Tag startete TRANSFORM seine partzipative Ausstellung auf dem Art Space des Reeperbahn Festivals auf dem Heiligen Geist Feld in Hamburg.
    Wenige Tage später erreichte uns die Nachricht, dass die Plattform ohyay.co Ende 2022 aus dem Netz genommen wird. Und wir dachten das Internet vergisst nie...
    Oktober: PRÄSENTATION IM RESONANZRAUM
    Die gemeinsame Arbeit und der Prozess wurde durch einen Teil des Projektteams bei der TRANSFORM Veranstlatung im resonanzraum Hamburg am 04. Oktober vorgestellt und gefeiert.
    transform-04.10-21.jpg

    WER IST STUDIO OHYAY?

    Studio Ohyay ist ein Zusammenschluss von Künstlern und Künstlerinnen aus dem Atelier Freistil, dem Mosaik Berlin, dem kaethe:k Kunsthaus und der Siebdruckwerkstatt die Sieben von barner16. Dabei handelt es sich um Martin Kraft, Elias von Martial, Farbe als Waffe, Esther Ravens, RUMS und Ongun Tomar. In Gestaltung und technischer Umsetzung wurden sie von der Projektleitung Sandra Sancelean und Manuel Melzer begleitet. Isabel Schwenk übernahm als kuratorische Prozessbegleitung die Rolle eines Outside Eye.
    This image for Image Layouts addon
    Die Künstler, Künstlerinnen und Beteiligten des Projekts von links nach rechts und vorne nach hinten: Sandra Sancelean, Martin Kraft, Elias von Martial, Manuel Melzer, Esther Ravens, Ongun Tomar, Antonia Rehfueß, Danny Belsunzero, Marie Tietmeyer, Matti Wustmann
    This image for Image Layouts addon
    Martin Kraft, Illustrator, Animator und Prokrastinierer par Excellence, betätigt sich seit September 2011 künstlerisch im Atelier Freistil Hamburg. Seine Vorlieben sind die Gestaltung und Produktion von 2D Animationsfilmen und Comics im amerikanischen und französischen Stil, in denen er urbane Szenarien und surreale Farbwelten gestaltet.
    In seinem Projekt holt er seine urbanen Kulissen mit ihren alltäglichen Gestalten auf die Plattform Ohyay und verwandelt den eigenen Computerbildschirm zur digitalen Wand für Gaffitis. Der Titel "Bring Farbe ins Spiel" bringt daher Martins künstlerische Arbeit sehr gut auf den Punkt und soll die Besuchenden im Studio Ohyay dazu animieren, dem gleichzutun und sich kreativ auszuprobieren.
    This image for Image Layouts addon
    Elias von Martial ist einer von elf Künstler*innen in dem 2020 neu eröffneten kaethe:k Kunsthaus der Gold-Kramer-Stiftung in Pulheim-Brauweiler bei Köln. Er hat den großen Wunsch seinen eigenen Animationsfilm zu entwerfen und arbeitet kontinuierlich an einem Storyboard der futuristischen Stadt "Night City". Seine Zeichnungen auf Papier möchte er in Zukunft zu Bewegtbildern animieren und macht derzeit ein Praktikum an der Kunsthochschule für Medien Köln (KHM) im Rahmen des ARTplus Programms von EUCREA.
    Im Studio Ohyay konnte Elias seine bisher nur auf Papier existierende Fantasie-Stadt "Night City" in den digitalen Raum übertragen. Er gibt uns einen ersten Einblick in die von ihm entwickelte Architektur und teilweise sogar hinter die Kulissen und auf die Bewohner*innen von "Night City".
    This image for Image Layouts addon
    Neben seiner Tätigkeit als Illustrator und Grafikdesigner von Siebdrucktextilien im Atelier die Sieben in Hamburg, ist "Farbe als Waffe" auch seit vielen Jahren in der Graffiti-Szene auf den Straßen von Hamburg unterwegs. Dabei experimentiert er vor allem mit Farben und Formen und kreiert abstrakte Muster, die man an so manchen Orten bewundern kann.
    Mit Beginn des Projekts offenbarte er uns seine neue Vorliebe, Vögel zu illustrieren. Daraus entwickelte sich die Idee, seine für Studio Ohyay digitalisierten Vogel-Illustrationen als Street Art im Stadtraum Hamburgs zu verteilen. "Farbe als Waffe" hat mit seiner Arbeit "Federführend" das Zusammenspiel zwischen dem analogen und digitalen Arbeiten in unserem Alltag auf den Punkt gebracht: Trotz der allumfassenden Digitalisierung, braucht gerade die Kunst der Graffitis und Stencils die realen Hauswände und haptischen Hintergründe, um existieren zu können. Und der schöne Nebeneffekt ist, dass er die Stadt als Lebensraum für die Vögel wieder zurück holt.
    This image for Image Layouts addon
    Die in Lüneburg lebende Künstlerin Esther Ravens ist im Atelier Freistil Hamburg tätig. Sie zeichnet vor allem eine fantasievolle und unermüdliche Kreativität aus und sie liebt es mit knalligen Farben ihre Bilder im Kopf auf Leinwand umzusetzen.
    Eine wichtige Inspiration für ihre tägliche Arbeit ist die Kolumne einer bekannten Tageszeitung, die sie jeden Morgen auf der Zugfahrt von Lüneburg nach Hamburg liest. Das aktuelle Geschehen in der Welt, was in dieser Kolumne beleuchtet wird, übersetzt Esther mit ihren persönlichen Gedanken zu den Themen als Malerei auf Leinwand. Diese Verbindung und den Prozess zwischen der Kolumne und den daraus entstandenen Werken präsentiert Esther zum ersten Mal im digitalen Raum vom Studio Ohyay.
    This image for Image Layouts addon
    Rums arbeitet als Illustrator und Grafikdesigner in dem Siebdruckatelier Die Sieben in Hamburg. In seiner Freizeit ist er viel unterwegs und dokumentiert die am liebsten mit Edding in seinem Notizblock und seienr Kamera.
    Das Erlebte inspiriert ihn, künstlerisch zu arbeiten und die visuellen EIndrücke meistens direkt in Illustrationen umzusetzen.
    Im Studio Ohyay kann man sich durch sein Reisetagebuch durchblättern, dass er während der Projektzeit angelegt hat. Rums erzählt visuell in seinen Fotografien und Zeichnungen von seinen letzten Stationen wie Valencia, Lissabon oder verschiedenen Veranstaltungen.
    This image for Image Layouts addon
    Ongun Tomar ist einer von 20 jungen bildenden Künstler*innen der Kunstwerkstatt Mosaik Berlin. Vor allem seine Begeisterung für die Popmusik-Szene aus seinem Herkunftsland Türkei spiegelt sich in seinen bildnerischen und skulpturalen Arbeiten wider. So ziehen sich farbenfrohe Illustrationen und fantasievolle Skulpturen von abstrahierten Pop-Sänger*innen durch seine künstlerische Arbeit und lassen die Betrachter*innen in seine quietschbunte Pop-Welt eintauchen.
    Mit dem Projekt "Steig ein" lässt Ongun in Studio Ohyay seine Fantasie spielen und setzt in die Berliner S-Bahn 3 türkische Popmusiker*innen, die eigentlich nur darauf warten, dass man ein Selfie mit ihnen macht.
    Image